Taube mit Gehirnerschütterung
Ich bin ja, wie vermutlich die meisten Stadtbewohner, kein Tauben-Fan. Aber trotzdem kann ich es nicht mit ansehen, wenn es ihnen offensichtlich schlecht geht - denn ich wünsche ihnen ja deshalb noch lange nichts Böses. Also bin ich vor Mitleid fast zergangen, als sich folgende Szene abspielte.
Wir drei Teamer saßen gemeinsam in der Küche unserer Gastfamilie und unterhielten uns. Jan Philip saß mit dem Rücken zum Fenster, Tine und ich so, dass wir ihn ansahen und damit auch Fenster und Terrassentür im Blick hatten. Plötzlich kam eine Taube immer näher, knallte voll gegen die Glastür und fiel zu Boden. Den Gesichtsausdruck von Tine und mir hätte ich gern gesehen in dem Moment - muss aus Jan Philips Perspektive ziemlich skurril gewirkt haben, denn auf jeden Fall haben wir beide die Hände vor den Mund gehauen und die Augen aufgerissen. Als er sich umdrehte, lag die Taube natürlich schon am Boden, und wir dachten auch schon, die ist jetzt tot. Aber nach kurzer Zeit rappelte sie sich wieder auf und hopste in Richtung Gebüsch. Ich hoffe, sie hat sich wieder erholt und ist nicht jämmerlich an irgendeiner Verletzung gestorben - dann wäre der sofortige Tod durch Genickbruch letztlich doch besser gewesen.