Verhexter Friedhof?

Neben rumkränkeln und Unizeug habe ich das Oster-Wochenende auch für ein paar andere Dinge genutzt - einerseits für einen fast 10 km langen Spaziergang entlang Elbe und Alster, und andererseits für einen überfälligen Friedhofbesuch.

Mama wollte gern das Grab meines ältesten Bruders vor seinem Geburtstag aufhübschen, und weil das viel Schlepperei von Pflanzen und Werkzeug beinhaltet und die S-Bahn-Station Ohlsdorf leider nicht sehr behindertenfreundlich ist, wollte ich trotz dickem Hals und fehlendem grünem Daumen mitkommen, um ihr wenigstens beim Hin- und Wegkommen zu helfen. So weit, so unspektakulär.

Auf dem Rückweg sind wir jedoch an einem Grab vorbei gegangen, das ziemlich seltsam war. Es scheint mal eine Gruft gewesen zu sein, von der jedoch nur noch die Front steht. Die Tür ist noch vorhanden, aber herausgebrochen, und steht windschief in der Öffnung. Um den Türrahmen herum sind diverse Symbole eingraviert - darunter ein Pentagramm, das auf der Spitze steht, und eine Triquetra, oder zumindest etwas, das einer Triquetra sehr ähnlich sieht. Da fragt man sich doch: Wann wurde dieses Grabmal wohl geschaffen? Und waren die Symbole so doppeldeutig (oder gar eindeutig) gemeint, wie man sie heute deuten kann?

Die Doppeldeutigkeit ist nicht neu, und wenn man die nach offizieller Interpretation “gute”, also christliche Variante meinte, wieso dann doppeldeutig werden? Andererseits: Wenn man die “böse” Interpretation schon kannte, wieso ließ man dann solche Symbole auf dem größten Parkfriedhof Europas zu? Wir fanden es auf jeden Fall ziemlich witzig, und es lenkte von anderen Dingen ab.

Eine seltsame Wahl hat man auch bei der Platzierung des Denkmals für KZ-Opfer getroffen: Es steht dem Krematorium gegenüber. Auch hier fragten wir uns: Absicht oder Gedankenlosigkeit? Provokation oder Offenheit? Ohlsdorf ist wohl wirklich ein guter Ort für interessante Spaziergänge. Hätte ich nie gedacht.

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