Frankie says Reflex
Gestern haben wir zum ersten Mal eine Disco in Bristol ausprobiert - das Reflex, einen 80er-Schuppen, der zu einer größeren Kette hier in UK gehört.
Da wir uns zum Einen langsam auf die Zeiten der Insulaner einstellen und es zum Anderen laut Webseite vor 22 Uhr billige Drinks geben sollte, sind wir brav gegen halb zehn dort aufgeschlagen. Die netten Herren von der Security haben uns denn auch reingelassen, nachdem wir etwas irritiert gefragt haben, ob sie noch nicht geöffnet hätten - die letzten Male stand immer eine ziemliche Schlange vor dem Laden, diesmal niemand - und wir sind ohne Eintritt reingekommen.
Das ist ja immerhin ein guter Anfang, dachten wir, um dann in einen annähernd leeren Laden zu kommen und doch leise Zweifel zu verspüren. Aber egal, Drinks holen und gucken, was passiert, dachten wir. Die Getränkepreise stimmten dann doch nicht, aber da wir den Eintritt gespart hatten, war das halb so wild.
Irgendwann begann es dann auch, sich zu füllen, und wirklich unterhaltsam zu werden: Nach einigen gruselig dicken, raushängenden Brüsten, bei denen mir als Mann Angst und Bange würde, entdeckten wir den Roadrunner: einen sehr dünnen Mann, zwischen Ende 30 und Mitte 40, mit einem sehr interessanten Tanzstil. Er rannte ständig auf einem der Podeste vor und zurück und benutzte zum wenden immer die Stangen, und wenn ihm jemand in den Weg kam, wurde er sehr schnell schlecht gelaunt und stellte sich an den Rand, bis der Störer wieder verschwunden war. Leider hatten wir keinen richtigen Fotoapparat mit, so dass obiges Foto nur auf Carmens Handy entstanden ist - aber immerhin etwas ;o)
Doch auch Oma und ihre Lover hatten es uns angetan - eine Frau in ihren 50ern im schwarzen Pailettenmini und weißen Glitzertop, die in Begleitung zweier Typen Mitte 30 auftauchte, von denen wir zunächst dachten, dass einer ihr Sohn und der andere ihr Lover sei. Diese Meinung mussten wir aber schnell revidieren, da sie schon beim zweiten Lied dann auch mit dem zweiten rummachte, und im Laufe des Abends noch mit mindestens zwei weiteren Kerlen im gleichen Alter, die ihr irgendwann über den Weg liefen. Ein bisschen *zu* eklig wurde ihr Paarungstanz dann bei „Don‘t stop me now“, wo sie beinahe auf dem Podest Sex hatten. Unsere abschließende Theorie war, dass die Jungs eigentlich ein Pärchen sind und sich nur mal ab und zu zwecks Horizonterweiterung Frauen dazuholen. Ingesamt waren wir überrascht, wie intensiv man hier die Stangen zum Tanzen benutzt, und vor allem, wie viele Männer das auch tun.
Ach ja, und dass deutsche Körpersprache sich scheinbar deutlich von englischer Körpersprache unterscheidet, war auch eine neue Erkenntnis: Als es später wurde, waren jedenfalls einige Kerle so verzweifelt/betrunken, dass sie anfingen, uns anzubaggern. Sowas passiert mir doch zuhause nicht! *ekel* Trotzdem: Wir kommen wieder. Donnerstags soll da Rock sein, das müssen wir uns auch mal ansehen ;o)
Dezember 3rd, 2007 at 19:13
Was Julia vergessen hat zu erwähnen war das Pärchen, dass zusammen ca. 200 kg auf die Waage bringt und ca. 3,30m. Von denen entfallen allerdings ca. 150 kg und 1,70 auf die Dame der Schöpfung, die ihre Reize auch gezielt einzusetzen wusste…vor allem wenn sie irgendwo durchwollte.
Auch erwähnenswert ist meiner Meinung da die Professionalität der 10 Securities, die in diesem Club tätig sind…ich erinnere mich da dunkel an die Schlägerei, bei der der eine Security plötzlich vom Helfer zum Opfer mutierte…
Aber uch kann Julia nur zustimmen, wir kommen wieder! Und diesmal mit Camera!
Dezember 3rd, 2007 at 19:18
Oh, ja, die hatte ich fast schon verdrängt. Der nächste Besuch muss unbedingt noch dieses Jahr sein … ;o)